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Was wir tun


Bildung

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Bildung

International


International Rescue Committee (IRC) unterstützt als gemeinnützige humanitäre Organisation in mehr als 20 Ländern weltweit die Bildung von Kindern und Jugendlichen in Notsituationen. In über 30 Jahren praktischer Arbeit und wissenschaftlicher Forschung hat IRC, vorrangig in der Arbeit mit Flüchtlingskindern, Konzepte entwickelt, um die Folgen von toxischem Stress auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen zu lindern und eine erfolgreiche Schullaufbahn zu ermöglichen. Beispiele hierfür sind Methoden der Healing Classrooms und der Safe Healing and Learning Spaces.

Diese Expertise wird seit 2016 kontinuierlich von IRC Deutschland zusammen mit Lehrkräften, Schulen, Schulämtern und weiteren Partnern an den deutschen Schulkontext angepasst und in modularisierten Weiterbildungen angeboten. Der Ansatz fördert dabei sowohl die Integration von geflüchteten Kindern und Jugendlichen in den Schulalltag als auch die emotionale und soziale Entwicklung aller Schülerinnen und Schüler im Unterricht.

International haben IRC und Partnerorganisationen im Jahr 2016 folgende Ziele erreicht:

 

Über 1,5 Millionen Kinder erhielten Zugang zu Schul- und Bildungsangeboten

Mehr als 33.000 Lernbegleiterinnen und Lernbegleiter wurden ausgebildet

Über 11.000 Schulen wurden unterstützt

Bildung


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In Deutschland


Geflüchtete Kinder und Jugendliche sind talentiert. Sie sind schlau. Und neugierig. Manchmal hartnäckig und ungeduldig. Oft wissbegierig. Sie sind, kurzum, Kinder und Jugendliche. Sie bringen eine Vielzahl an Stärken, Interessen und Wünschen mit. Aber sie haben auch eine Fluchtgeschichte im Gepäck, die ihre Stärken überschatten kann.

Unser Ziel ist es, dass geflüchtete Schülerinnen und Schüler in einer sicheren Lernumgebung die nötigen sozialen, emotionalen, sprachlichen und fachlichen Kompetenzen erwerben, um einen deutschen Schul- oder Berufsabschluss zu erlangen, ihr Potenzial zu entfalten und eigenverantwortlich an der Gesellschaft teilzuhaben. Um dies zu erreichen und eine größtmögliche Wirkung zu erzielen, bietet IRC Deutschland Weiterbildungen für Lehrkräfte und anderes pädagogisches Personal an und gibt erprobte Konzepte und Materialien an Partner und Bildungseinrichtungen weiter.

Unser Angebot für Grund-, Sekundar- und Berufsschulen

IRC Deutschland bietet interaktive, mehrteilige Fortbildungen für pädagogisches Personal an, in denen die Haltung und Handlungskompetenz zur Förderung geflüchteter Schülerinnen und Schüler gestärkt wird. Der Fokus liegt dabei auf konkreten Übungen und Einheiten, die im Unterrichtsalltag unmittelbar Anwendung finden können.

Seit 2017 arbeiten wir an 25 Standorten in elf Bundesländern. Wir geben unsere Fortbildungen an Grund-, Sekundar- und Berufsschulen, sind aber auch an Kommunalen Integrationszentren, in Schulämtern oder an Lehrerfortbildungsinstituten tätig, wo die Teilnehmenden von verschiedenen Standorten und Schulformen zusammenkommen, um gemeinsam an der Etablierung der Schule als stabilisierendes Umfeld zu arbeiten. So erreichen wir mit unserer Fortbildungsreihe momentan über 360 pädagogische Fachkräfte. Mit Erfolg: 9 von 10 befragten Teilnehmenden geben an, dass sie den Workshop anderen Lehrkräften weiterempfehlen würden.

Darüber hinaus sind wir in Berlin im Rahmen eines Bildungs- und Sportprojekts („Berlin Kickt“) an fünf Grundschulen in den Bezirken Kreuzberg, Neukölln und Mitte (Wedding) tätig. Hier nehmen die Kinder an einem wöchentlichen Fußballtraining teil und die Lehrkräfte der Schulen sowie die Coaches der Trainingseinheiten an unseren Workshops. Genauere Informationen zu unserem Angebot können Sie unserem Flyer entnehmen.

Alle Veranstaltungen sind praxisnah und partizipativ gestaltet und richten sich nach Ihren Bedürfnissen, Interessen und Erfahrungen. Wir kommen zur Durchführung der Fortbildungen gerne direkt an Ihre Schule. Unsere Arbeit ist über Spenden finanziert, daher entstehen für die beteiligten Schulen und Lehrkräfte keine Kosten.

Melden Sie sich bei Interesse gerne jederzeit bei Lisa Küchenhoff, Programmleiterin Bildung (lisa.kuechenhoff[at]rescue.org).
 

Hintergrund unserer Arbeit

Das im Herkunftsland und auf der Flucht Erlebte sowie die Unplanbarkeit ihrer Zukunft wirkt sich stark auf die seelische und körperliche Gesundheit geflüchteter Kinder und Jugendlicher aus. Angekommen im Zielland, stehen weitere mögliche Einflüsse bevor: Orientierungslosigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten und aggressives Verhalten, aber auch Isolation und eingeschüchtertes Auftreten können Folgen des Lebens in Unsicherheit und der Einwirkung von toxischem Stress sein. Dieser dauerhafte negative Stress ist in Studien zu geflüchteten Kindern und Jugendlichen beobachtet und bestätigt worden – gleichzeitig zeigt die Resilienzforschung einen Ausweg auf, wie diesen Kindern und Jugendlichen systemisch geholfen werden kann.

Schule kann in dieser Situation ein Ort der Stabilität und Sicherheit sein. Um erfolgreich am Schulalltag teilnehmen zu können, müssen junge Geflüchtete Kontrolle, Zugehörigkeit und Selbstwirksamkeit zurückgewinnen. Dabei kommt Lehrkräften und anderem pädagogischen Personal eine entscheidende Rolle zu. Die schädlichen Folgen von toxischem Stress können aufgehalten oder rückgängig gemacht werden, wenn Kinder in einem sicheren und beständigen Umfeld spielen und lernen können, in dem ihnen fürsorgliche und verlässliche Erwachsene zur Seite stehen. Daher benötigen diese Kinder mehr als die traditionelle Sprach-, Lese-, Schreib- und Mathematikförderung. Das Erlernen sozialer und emotionaler Kompetenzen in einem stabilen Umfeld kann die Auswirkungen von toxischem Stress abschwächen, indem es Kindern und Jugendlichen Werkzeuge an die Hand gibt, um ihre emotionalen Reaktionen zu regulieren, mit anderen zu interagieren und Herausforderungen zu bewältigen.

Für eine gleichberechtigte Teilhabe an der Gesellschaft bedarf es eines Ansatzes, der darüber hinausgeht, nur die Arbeit mit einzelnen „betroffenen“ Schülerinnen und Schüler zu fördern. Auf dem Weg zu einer vielfältigen Schule der Migrationsgesellschaft erarbeitet IRC Deutschland mit Schulkollegien daher Ansätze, wie die Schule ein sicherer, verlässlicher und offener Lernort für alle Schülerinnen und Schüler sein kann. Dies bedeutet auch, eine psychosoziale Unterstützung zu gewährleisten, die im gesamten Klassenverband Anwendung findet, nicht nur eine gesonderte Intervention für einzelne Schülerinnen und Schüler darstellt. Nicht zuletzt beinhaltet dies Ansätze, die zeigen, wie die Potenziale und Stärken der Schülerinnen und Schüler gefördert und in den Vordergrund gestellt werden können, auch wenn auf den ersten Blick vielleicht sprachliche, akademische oder soziale Schwierigkeiten dies zu überlagern scheinen.

 

 Programmleiterin Lisa Küchenhoff mit zwei Programmteilnehmern (Foto: IRC/Timo Stammberger).

Programmleiterin Lisa Küchenhoff mit zwei Programmteilnehmern (Foto: IRC/Timo Stammberger).