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Europa


IRC hat historische Wurzeln in Europa und die Büros in Berlin, London, Genf und Brüssel koordinieren vielfältige Programmarbeit in Deutschland, Griechenland und Serbien.

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IRC hat historische Wurzeln in Europa und die Büros in Berlin, London, Genf und Brüssel koordinieren vielfältige Programmarbeit in Deutschland, Griechenland und Serbien.

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Schon seit vielen Jahren ist IRC mit Büros in London, Brüssel und Genf vertreten. Von hier aus betreiben wir vor allem unsere Kontaktpflege zu Entscheidungsträgern aus Politik und Förderinstitutionen. Immer setzen wir uns dabei dafür ein, dass wirksame und effiziente Hilfe für Opfer von Kriegen, Konflikten und Naturkatastrophen schnell und in ausreichendem Umfang geleistet werden kann. Seit 2016 nehmen in diesem Themenfeld zudem die beiden Büros in Berlin und Bonn eine zunehmend wichtige Rolle ein. Auch hier geht es vor allem um die Lobbyarbeit für die Opfer von Kriegen und Katastrophen sowie um professionelle Beiträge zur Entwicklung wirksamer Hilfsmaßnahmen. Von London und Bonn aus bemühen wir uns außerdem, private Förderer und Spender für unsere Aktivitäten zu gewinnen. In den Niederlanden übernimmt diese Aufgabe unser Partner, die Stichting Vluchteling.  

IRC's Aktivitäten in Europa

IRC's Aktivitäten in Europa

 

IRC hat eine lange Geschichte in Europa. Am Ende des Zweiten Weltkrieges waren wir eine von wenigen Organisationen, die den Millionen Flüchtlingen Hilfen anbieten konnte. Auch als Mitte der fünfziger Jahre ungarische Flüchtlinge nach Österreich strömten und dann zum großen Teil in andere europäische Länder und die USA weiterwanderten, konnten wir mit Hilfsgütern und Unterkünften helfen. In den neunziger und 2000er Jahren schließlich unterstützten wir Flüchtlinge nach dem Zusammenbruch von Jugoslawien.

Seinen Beitrag zur Bewältigung der aktuellen Flüchtlingskrise in Europa begann IRC im Juni 2015 mit Nothilfemaßnahmen in Griechenland und bald danach auch in Serbien. 2016 weiteten wir unsere Programme auf weitere Länder des Balkans aus und begannen, in Deutschland aktiv zu werden, dem Land, in dem mehr als eine Million Flüchtlinge Aufnahme fanden.

Ausgehend von unseren Programmbüros in Griechenland, Serbien und Deutschland führen wir vielfältige Hilfsprojekte für Flüchtlinge durch. Darüber hinaus sind wir mittlerweile über Partnerschaften mit lokalen staatlichen wie nichtstaatlichen Akteuren in weiten Teilen Europas aktiv.

Wir verfolgen bei unseren Programmaktivitäten in Europa drei inhaltliche Schwerpunkte:

  • Nothilfe und Stärkung der Vorsorgekapazitäten:
    Wir leisten akute Nothilfe, wo es notwendig ist, und unterstützen lokale Akteure besonders auf der östlichen (Balkanländer, Griechenland) und der zentralen (Libyen, Italien) Route dabei, auf sich auf mögliche Krisen vorzubereiten
     
  • Akuter Flüchtlingsschutz und spezialisierte Angebote:
    Wir helfen den besonders schutzbedürftigen Migranten und Asylbewerbern in den Ländern, in denen sie in nennenswerter Zahl gestrandet sind, sich im Transit befinden oder neu angekommen sind
     
  • Eingliederung und Abbau der wirtschaftlichen Abhängigkeit:
    Wir unterstützen lokale Regierungsstellen und die Zivilgesellschaft dabei, Programme zur sozioökonomischen Teilhabe zu entwickeln und umzusetzen, damit die Asylbewerber und Flüchtlinge möglichst selbstbestimmt und wirtschaftlich unabhängig leben können. 

In Griechenland bietet IRC umfangreiche humanitäre Hilfe in den Bereichen Gesundheit, wirtschaftliche Entwicklung und Schutz vor Benachteiligungen an. Dabei richten wir uns an die besonders Schutzbedürftigen, zu denen etwa Frauen, Mädchen und unbegleitete Minderjährige gehören. Wir sind in vielen Teilen des Landes aktiv, z.b. auf Lesbos, im Athener Umland und in Nordgriechenland aber auch im städtischen Umfeld von Athen und Thessaloniki. Hier unterstützen wir Flüchtlinge beim Übergang in städtische Unterkünfte. Zugleich sind wir vorbereitet, jederzeit schnell zu reagieren, wenn wieder Flüchtlinge auf den Inseln unsere Hilfe benötigen.  

Während der akuten Flüchtlingskrise musste IRC in Serbien und den benachbarten Ländern seine Hilfsprogramme fortlaufend den sich ständig verändernden Bedingungen und Fluchtrouten anpassen. Um schnell an vielen Orten helfen zu können, nutzt IRC das starke Netzwerk der Zivilgesellschaft vor Ort und arbeitet mit einer Reihe von lokalen und internationalen Organisationen zusammen. Auf diese Weise können wir konkrete Hilfe in Serbien, Bulgarien, Albanien, Mazedonien und Ungarn anbieten. Schwerpunkte der Maßnahmen von IRC-Balkan sind Sicherheit, Gesundheit und Grundversorgung.

Im Fokus der regionalen Aktivitäten von IRC stehen unbegleitete Minderjährige. IRC leitet ein Konsortium von Organisationen, das sich um die Bereitstellung von Unterbringungsmöglichkeiten, Schutz und speziellen Unterstützungsangeboten für unbegleitete oder von ihren Begleitern getrennte Minderjährige kümmert, die in Griechenland oder anderen Ländern der Balkanroute gestrandet sind. Diese Kinder und Jugendliche benötigen besonderen Schutz, da sie auf der Suche nach ihren Familien Gefahren durch Schmuggler und Menschenhändler ausgesetzt sind.

Aktuelle und verlässliche Informationen sind für Flüchtlinge, die ein neues Land erreichen, besonders wichtig. Genau dies bietet IRC über die Plattform Refugee.Info an. Sie umfasst eine interaktive Facebook-Seite, einen Blog und eine App und ist bislang in Englisch, Arabisch und Farsi verfügbar. Hauptziel ist, die Sicherheit vertriebener Männer, Frauen und Kinder dort zu verbessern, wo sie sich befinden, sei es in Bewegung, in einem Camp oder einer städtischen Unterbringung. Flüchtlinge, die Zugang zu Informationen über ihre Rechte, die Gesetzeslage oder die Verfügbarkeit spezieller Hilfsangebote etwa für Kinder, Frauen oder Ältere verfügen, sind in der Lage, selbstbestimmt Entscheidungen zum ihrem Schutz und dem ihrer Familien zu treffen. 

 

Auch wenn der akute Zuwanderungsdruck mittlerweile etwas nachgelassen hat, ist der Bedarf für dauerhaft Lösungen offensichtlich. IRC bietet dabei seine internationale Expertise und langjährigen Erfahrungen auf dem Gebiet der Integration an. Integration heißt für uns, „Flüchtlinge und Asylsuchende in die Lage zu versetzen, Teil der aufnehmenden Gesellschaft zu werden und sich dort zu entfalten“. Wir entwickeln und realisieren unsere Aktivitäten von unseren Büros in Griechenland, Serbien und Deutschland aus. Darüber hinaus bieten wir nach Bedarf technische Unterstützung über unsere lokalen Partner auch in vielen anderen europäischen Ländern an.

Näheres zu unseren Aktivitäten in Deutschland etwa in den Themenfeldern Bildung, Schutz für Frauen und Mädchen sowie Integration in den Arbeitsmarkt findet sich hier.

Weitere Projekte in Europa sind etwa:

  • 100 Robuste Städte (100 Resilient Cities, 100RC):
    n diesem von der Rockefeller Stiftung initiierten Projekt hat IRC die Aufgabe übernommen, Städte wie Paris, Athen oder Thessaloniki dabei zu unterstützen, geeignete Integrationsmaßnahmen als Teil ihrer städtischen Resilienzstrategie zu entwickeln. Dabei bringt IRC seine umfangreichen Erfahrungen in den Bereichen Resettlement, Humanitäre Hilfe und Integration in die Diskussion mit den Vertretern der Städte ein.
     
  • Europäisches Hilfsprogramm für Resettlement und Integration:
    (European Resettlement & Integration Technical Assistance, EURITA): Resettlement nennt man die organisierte Aufnahme und dauerhafte Ansiedlung einer Gruppe besonders schutzbedürftiger Flüchtlinge. Während die USA über jahrzehntelange Erfahrungen in der Durchführung großer Resettlement-Programme verfügt, ist dieses Konzept von europäischen Staaten bislang nur in gering Umfang umgesetzt worden. IRC ist traditionell einer der wichtigsten Akteure, wenn es um die Durchführung von Integrationsprogrammen ‚resettelter‘ Flüchtlinge in den USA geht. In das EURITA-Projekt bringt IRC nun genau diese Erfahrungen und Kompetenzen ein. Dabei werden unsere Praktiker mit Teilnehmern aus zehn europäischen Ländern zum fachlichen Austausch zusammengebracht. Ziel ist dabei, die Resettlement- und Integrationsstrategien weiterzuentwickeln und dem jeweiligen lokalen Kontext anzupassen.
     
  • Abstellung an die Stadt Athen:
    Über 10.000 Flüchtlinge sind mittlerweile in Griechenland anerkannt worden. Zur Unterstützung ihrer Integration hat IRC einen Integrationsexperten als Berater für die Stadtverwaltung Athen entsandt. Ziel ist es, bei der Entwicklung einer Strategie zu helfen, die sicherstellt, dass sowohl die betroffenen Kommunen wie die Flüchtlinge selbst über die Mittel und Kenntnisse verfügen, die sie benötigen, um sich gegenseitig dabei zu unterstützen, ein neues Leben für die Flüchtlinge in Griechenland aufzubauen.
     
  • Refugee.Info Plattform:
    Die Refugee.Info Plattform hat sich in der Krisenzeit bewährt und wird weiterentwickelt, um nun auch die Integrationsbemühungen der Flüchtlinge und Asylbewerber im Aufnahmeland zu unterstützen. So finden sich etwa auch Informationen über Zugang zu Beschäftigung und Bildungsangeboten. Außerdem werten die Angebote in weiteren Sprachen verfügbar sein.