65,6 Millionen Menschen, davon über die Hälfte Kinder, sind weltweit auf der Flucht vor Konflikt und Verfolgung.

Menschen, die von Krisen, Krieg und Verfolgung bedroht sind, müssen jeden Tag eine schwerwiegende Entscheidung treffen. Die tägliche Lebensgefahr in der Heimat ertragen oder alles aufgeben und flüchten?

Der Konflikt in Syrien trägt heute besonders zur Vertreibung von Menschen bei. Die meisten der Vertriebenen leben immer noch im Land, doch Millionen Menschen sind in die Nachbarländer entkommen. Die endlose Verzweiflung und Perspektivlosigkeit motiviert Menschen die gefährliche Reise nach Europa zu unternehmen, um ihr Leben und ihre Menschenwürde neu zu definieren.

1. Menschen flüchten, um Schutz zu suchen

Niemand setzt sein Kind in ein Boot, es sei denn, das Boot ist sicherer als das Land
— Warsan Shire

Über 2 Millionen Menschen wurden durch den Syrienkrieg in den letzten 7 Jahren verletzt oder getötet. 12,6 Millionen Menschen, das sind zwei Drittel der Gesamtbevölkerung, wurden vertrieben. Syrien macht die meisten Schlagzeilen, aber leider gibt es keinen Mangel an anderen globalen Konflikten.

Nach dem aktuellsten UNHCR-Bericht (Die Flüchtlingsorganisation der Vereinten Nationen) sind mindestens 15 Konflikte seit 2010 ausgebrochen oder wieder entfacht. Diese beinhalten Kriege in der Ukraine, Südsudan, Jemen, der Zentralafrikanischen Republik, Libyen, Mali, der Elfenbeinküste und Burundi.

2. Die Nachbarstaaten von Krisenländern nehmen mit Abstand die meisten Geflüchteten auf

Eine  Vielzahl von syrischen Geflüchteten fanden Schutz in Nachbarländern, wie dem Libanon. Dabei ist der Libanon kleiner als Schleswig-Holstein, dennoch ist mittlerweile jeder vierte Einwohner des Libanons vor Gewalt und Verfolgung geflohen. Das Land stößt buchstäblich an seine Grenzen.  

Viele der umliegenden Nachbarstaaten versuchen dem humanitären Bedarf der ankommenden Menschen gerecht zu werden. Trotzdem fehlt es an grundlegenden Versorgungsmaßnahmen wie zum Beispiel an medizinischer Ausstattung und Personal. Für viele Familien ist die Selbstversorgung nicht möglich, da es keine Einkommensmöglichkeiten gibt. Im Lichte dieser Schwierigkeiten sind viele Familien auf der Suche nach einem neuen Zuhause, das ihre grundlegenden Bedürfnisse erfüllen kann.

 

3. Unzureichende Möglichkeiten auf legalem Wege Schutz und ein neues Zuhause zu finden

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Pro Minute fliehen 20 Menschen aus ihrem Zuhause. Unter ihnen befinden sich auch besonders Schutzbedürftige, wie unbegleitete Minderjährige, ältere Menschen, Traumatisierte oder Menschen, die medizinische Versorgung brauchen. Anstatt für diese Menschen legale Wege der Einreise zu finden, hat sich Europa auf das Grenzen schließen und Zäune errichten, konzentriert. Es braucht legale und sichere Fluchtwege für jene, die sie am Nötigsten brauchen. 2016 sind über 362.000 Kinder, Frauen und Männer über den gefährlichen Seeweg nach Europa geflüchtet.  

Welche Lösungen gibt es? Resettlement ermöglicht eine legale und sichere Einreisemöglichkeit, um den besonders Schutzbedürftigen ein Leben in Frieden und Sicherheit zu ermöglichen. Dazu gehört eine sichere Reise in das Aufnahmeland und eine permanente Aufenthaltserlaubnis. Genau zu verstehen, warum Menschen fliehen, ist von größter Bedeutung, um sich für die Menschenwürde stark zu machen.  


Was kann ich tun?

Gemeinsam mit Ben & Jerry’s und IRC können Sie den besonders Schutzbedürftigen zur Hilfe kommen und für die Menschenwürde einstehen. Senden Sie eine Email an ihren Abgeordneten im Europaparlament. Dort wird derzeit über ein Gesetz verhandelt, dass die EU-Staaten dazu verpflichtet eine geringe Anzahl von besonders Schutzbedürftigen aufzunehmen.

Umso mehr Menschen eine E-Mail senden und so ihre Stimme erheben, umso größer sind die Chancen, dass dieses Gesetz verabschiedet wird. Diese einmalige Möglichkeit auf die europäische Gesetzgebung Einfluss zu nehmen lassen wir uns nicht nehmen! Gemeinsam für Geflüchtete, gemeinsam für die Menschenwürde. Schreiben Sie ihrem Abgeordneten jetzt hier.