Positive Bindungen fördern

Positive soziale Beziehungen sind eine wesentliche Komponente des Wohlbefin­dens von Kindern und Jugendlichen. Sie erfahren so Wertschätzung, Fürsorge, Liebe, Anerkennung und emotionale Unterstützung und stärken ihr Vertrauen, Selbstwertgefühl und ihre Kommunikationsfähigkeiten. Vor allem für Kinder, die traumatische Erlebnisse erfahren haben, sind unterstützende Beziehungen zu Mitschülerinnen und Mitschülern sowie Lehrkräften be­sonders wichtig.

Schülerinnen und Schüler, die in ihrer Kindheit kaum Freunde haben, neigen später eher zu emotionalen und mentalen Proble­men. Doch auch positive soziale Beziehungen zu Erwachsenen sind ein wichtiger Teil der psycho­sozialen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. So helfen positive Bindungen zu Lehrkräften ihnen, wieder Vertrauen zu fassen und bessere schu­lische Leistungen erzielen. Dafür ist es wichtig, dass Lehrkräfte die Schülerinnen und Schülern unge­achtet ihres Hintergrunds gleich behandeln, ihnen aktiv zuhören, geduldig sind und mit positivem Verhalten beispielhaft voran­gehen.

Im Rahmen des Healing-Classrooms-Ansatzes werden zwei Unterrichtsansätze vorgestellt, wie Schülerinnen und Schüler in positive soziale Interaktionen eingebunden sowie Freundschaften und Bindungen gefördert werden können.

Unterrichtsansatz 1: Effektive Gruppenarbeit

Gruppenarbeit ist eine hervorragende Möglichkeit, um positive Bindungen zwischen Schülerinnen und Schülern zu fördern und gleichzeitig eine gute Lernumgebung zu schaffen. Es ermöglicht Freundschaften unter den Kindern, während Vorurteile gleichzeitig abgebaut werden können. Des Weiteren können Schülerinnen und Schüler besser lernen und In­formationen behalten, wenn sie in kleinen Gruppen aktiv Informationen erarbeiten anstatt diese passiv wahrzunehmen. Gruppenarbeit bietet schwächeren Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, Hil­fe und Unterstützung von stärkeren zu erhalten, und hilft stärkeren Schülerinnen und Schülern gleichzeitig, durch Erklären und Lehren zu lernen.

Unterrichtsansatz 2: Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler in den Unterricht einbinden

Lernen wird für Schülerinnen und Schüler sinnvoller, wenn sie das Erlernte im Be­zug zu ihren eigenen Erfahrungen setzen und im realen Leben anwenden können. Indem Schülerinnen und Schüler zu ihren erlebten Erfahrungen befragt werden, können sie sich auf individu­elle Weise am Unterricht beteiligen und haben das Gefühl, sinnvolle Beiträge zu leisten und von anderen und der Lehrkraft akzeptiert zu werden. Beispiele für Unterricht, der auf den erlebten Erfahrungen von Schülerinnen und Schülern aufbaut, sind:

  • Auf einer großern Wandtabelle können Schülerinnen und Schüler ihre Lieblingsdinge (Essen, Hobbys etc.) auflisten. Dies wird ihnen verdeutlichen, welche Gemeinsamkeiten Sie haben.

  • Wenn Schülerinnen und Schüler im Unterricht lesen, sollen sie den gelesenen Text in Bezug zu ihrem eigenen Leben zu setzen und ihre Meinung dazu auszudrücken.

Ein Lehrer wendet eine effektive Gruppenarbeit an, um positive Bindungen zu fördern.