8 Stunden am Tag, 6 Tage die Woche:  (Arbeits-)Alltag für viele syrische Kinder im Libanon

Schätzungsweise 180.000 Kinder im Libanon arbeiten. Statt zur Schule zu gehen sind sie häufig mehr als acht Stunden am Tag, sechs Tage die Woche im Einsatz, um sich ihr Essen zu verdienen. Ob der Verkauf von CDs am Straßenrand oder die Arbeit in Steinbrüchen – die unten stehende Bilderserie zeigt, zu was Kinder gezwungen sind, um ihr Überleben zu sichern.

  1. Die Brüder Hani* (13) und Amer* (15), ursprünglich aus Damaskus, arbeiten seit zwei Jahren in einem Steinbruch im Norden von Bekaa – achteinhalb Stunden am Tag.

  2. Syrische Flüchtlingskinder betteln an den Seiten der belebten Straßen in Beirut. Wenn Autos an Ampeln anhalten, fragen die die Autofahrer und Fahrgäste nach Geld.

  3. Fadi* ist 15 Jahre alt. Er floh vor fünf Jahren aus Al-Qusayr in Syrien. Heute arbeitet in einer Garage. Eine IRC-Umfrage im Norden von Bekaa ergab, dass arbeitende Kinder im Schnitt 13 Jahre sind. Für durchschnittlich 1,90 Euro am Tag arbeiten sie Stunden lang.

  4. Karim*, ursprünglich aus Daraa, arbeitet in einer Autowerkstatt im Industriegebiet am Fuße des Libanon-Gebirges. Elf Stunden am Tag trägt er schwere Gegenstände, die für seine körperliche Entwicklung schädlich sind.

  5. An der Küste Tripolis‘ verkaufen diese Kinder (8-12 Jahre) CDs. Eine IRC-Umfrage zeigt, dass 90 Prozent der Straßenkinder in Tripolis ursprünglich aus Aleppo stammen. 70 Prozent von ihnen arbeiten zwischen sechs bis zehn Stunden am Tag und verdienen bis zu 12,00 Euro.

  6. Auch der 14 Jahre alte Amer*, ursprünglich aus Daraa, arbeitet in einer Werkstatt. Täglich ist es bis zu elf Stunden lang Dämpfen ausgesetzt und bedient gefährliche Maschinen.

  7. Sara* ist erst vier Jahre alt. Sie bettelt neun Stunden am Tag, sechs Tage die Woche, mit ihrem dreijährigen Bruder auf den Straßen Beiruts. Sara geht nicht in den Kindergarten oder zur Schule. In IRC-Workshops lernt sie, zu spielen und kann an kindgerechten Aktivitäten teilnehmen.

  8. Der zehnjährige Kaseem*, ursprünglich aus Hassakah im Nordosten Syriens, geht nicht zur Schule. Er arbeitet acht Stunden am Tag, sechs Tage die Woche und verkauft Süßigkeiten auf den Straßen von Beirut.

International Rescue Committee hat bereits mehr als 2.000 Kindern im Libanon geholfen, die dort Kinderarbeit leisten. Dabei unterstützen Partner wie Stitchling Vluchteling, ECHO, die SAID und Olayan Foundation.

Wie hilft IRC im Libanon?

IRC begann seine Arbeit im Libanon 2012, als syrische Flüchtlinge vor dem Bürgerkrieg flohen. Wir bieten wirtschaftliche Unterstützung, juristische Dienstleistungen, Bildung und Schutz für die Schwächsten, einschließlich älterer Menschen und Menschen mit Behinderungen. IRC arbeitet in allen Landesteilen, um Flüchtlings- und Aufnahmegemeinschaften zu unterstützen:

  • IRC bildet Lehrer weiter und schafft Unterrichtsmöglichkeiten sowie Klassenzimmer für Tausende von geflüchteten syrischen Kindern.
  • Wir bieten Kindern kreatives Lernen und therapeutische Aktivitäten an.
  • Wir zahlen Geflüchteten Bargeld zur Deckung des Grundbedarfs aus.
  • Wir stellen für Frauen und Mädchen Räume bereit - als Rückzugsmöglichkeit sowie als Anlaufstelle für wichtige Informationen und emotionale Unterstütung.
  • Wir bilden Geflüchtete sowie Mitglieder der lokalen Gemeinschaften aus, unterstützen beim Aufbau von Kleinunternehmen und helfen bei der Arbeitsplatzvermittlung.
  • Wir stellen juristisches Informationsmaterial zur Verfügung, um Geflüchteten den Zugang zu Dienstleistungen und die Ausübung ihres Rechts auf internationalen Schutz zu erleichtern.