Waffenstillstand, uneingeschränkter Zugang für Hilfsorganisationen und verbesserte Bedingungen für Journalisten notwendig, um die Krise im Jemen zu entschärfen 

IRC Deutschland hat heute, am 29. Juni 2017, eine Fachtagung im Regierungsviertel Berlins durchgeführt. 40 Teilnehmer*innen haben den Weg in das Paul-Löbe-Haus gefunden und diskutierten über eine der schwersten humanitären Krisen unserer Zeit.  Wertvolle Impulse wurden u.a. gegeben von Dr. Bärbel Kofler (SPD), Bundesbeauftragte für Menschenrechtspolitik und humanitäre Hilfe,  Christoph Dreyer, Pressereferent von Reporter ohne Grenzen, Christian Langehenke, im Jemen für das UNHCR stationiert und Christian Böhme, Politik-Redakteur des Tagesspiegels. Die Moderation übernahm Ariane Reimers vom ARD Hauptstadtstudio.

Nur eine politische Lösung kann diese menschengemachte Krise beenden. Die wichtigsten Schritte hierfür sind ein umgehender Waffenstillstand, der uneingeschränkte, sichere humanitäre Zugang und die Wiederaufnahme von Verhandlungen unter Vermittlung der Vereinten Nationen. Verletzungen des humanitären Völkerrechts müssen schnell und umfassend aufgeklärt werden. Dies kann am besten durch eine unabhängige internationale Untersuchungskommission geschehen.
— Frau Dr. Bärbel Kofler, Bundesbeauftragte für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe

Die Situation im Jemen ist alarmierend und nimmt täglich an Dramatik zu. Über 3 Millionen vertriebene Menschen, über 17 Millionen Menschen, die in unzureichend versorgt sind, 50.000 Tote und Verletzte und eine rapide Anzahl von Cholera-Fällen sind nur einige wenige der bezeichnenden Fakten über diese eskalierende Krisensituation.. 

Beleuchtet wurde die Situation aus der journalistischen, politischen und humanitären Perspektive. Ist die Jemen-Krise in Deutschland präsent oder vergessen? Was bedeutet es, wenn Krisen es nicht regelmäßig in die Nachrichten schaffen? Wie hängt die Berichterstattung mit dem Spendenaufkommen für humanitäre Hilfe zusammen? Welche Rolle spielt die öffentliche Aufmerksamkeit für die Politik? Spannende Diskussionen und einige Kernpunkte kristallisierten sich aus den Gesprächen klar heraus. Die unnachgiebige Forderung nach einer politischen Lösung, einem sofortigen Waffenstillstand, uneingeschränkter Zugang für humanitäre Hilfsorganisationen und der Ruf nach einer Verbesserung der Lage für die Journalisten vor Ort bildeten die Kernpunkte der zwei-stündigen Diskussion.

IRC Deutschland wird sich weiterhin im Rahmen der #nichtvergesser-Kampagne für eine gesteigerte Sichtbarkeit der Jemen-Krise in Deutschland einsetzen. Gleichzeitig arbeiten die Mitarbeiter*innen von IRC Jemen tagtäglich, um gegen die Mangelernährung, die unzureichende Gesundheitsversorgung und schwierige Situation der Frauen und Kinder im Jemen anzukämpfen.

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Teilnehmer diskutieren die Situation der humanitären Hilfe im Jemen. 

 

Mehr Informationen über Details und Dokumente der Veranstaltung finden Sie hier:

 

  1. Mindmap der besprochenen Themen
  2. Dokumente
  3. Mehr über die Arbeit von IRC im Jemen