Abendprogramm mit Filmvorführung, Podiumsdiskussion und Kunstgalerie behandelt sichere und legale Zugangswege zu Schutz für Geflüchtete

Über 150 Menschen besuchten das Sharehaus Refugio in Berlin, um den Film "8 Borders, 8 Days" zu sehen und mehr über die Bedeutung sicherer und legaler Zugangswege zu Flüchtlingsschutz zu erfahren. Im Rahmen der Veranstaltung wurden ausgewählte Werke der syrischen Künstlerin, Diala Brisly, in einer kleinen Galerie gezeigt und es fand eine angeregte Diskussion mit Expert*innen und dem Publikum statt. 

„8 Borders, 8 Days" dokumentiert eine alleinerziehende Mutter, die deutlich macht, was passiert, wenn besonders Schutzbedürftige auf ihrer Flucht vor Krieg und Gewalt keinen sicheren Zugang zu Schutz finden. Nachdem der Antrag der Mutter auf Resettlement in die USA unbeantwortet bleibt und die Situation der Familie untragbar wird, lässt sie sich unter größter Gefahr mit einem Schlauchboot nach Europa schmuggeln. Der Filmzeigt ihre Geschichte eindrucksvoll und authentisch, durch die wir nachvollziehen können, warum eine entschlossene Mutter bereit ist, das Leben ihrer Kinder aufs Spiel zu setzen, um ihnen eine bessere Zukunft bieten zu können.

Wenn wir an Flüchtlingsschutz glauben, dann müssen wir auch legale und sichere Zugangswege zu Flüchtlingsschutz schaffen, vor allem für besonders Schutzbedürftige. Resettlement ist einer dieser Wege. Die Dokumentation zeigt auf, welch enorm wichtigen Beitrag Europa durch die Ausweitung des eigenen Resettlement-Programms noch leisten kann und muss, um jene zu schützen, die diesen Schutz dringend benötigen.
— Ralph Achenbach, Geschäftsführer und Landesdirektor IRC Deutschland

Im Moment verhandelt die Europäische Union das sogenannte „Union Resettlement Framework”, ein Gesetzesvorschlag, der besonders Schutzbedürftigen erlaubt sicher nach Europa zu kommen. Als besonders schutzbedürftig gelten zum Beispiel: Kinder, die ihre Eltern verloren haben oder Menschen mit besonderem medizinischen Behandlungsbedarf.  Da sie so bereits bei Ankunft in Deutschland einen Schutzstatus haben, erhalten sie hier schnell Zugang zu sozialen Diensten, Bildung, Gesundheitsversorgung und dem Arbeitsmarkt. IRC Deutschland ruft dazu auf, dass dieses Gesetz verabschiedet wird und dabei ambitioniert und nachhaltig bleibt. 8 Borders, 8 Days wurde während des Seattle Film Festivals ausgezeichnet und als „emotional”, „intensiv” und „unerschrocken” beschrieben. Der Film hat bisher Menschen in den Vereinigten Staaten begeistert und wurde nun zum ersten Mal in Deutschland gezeigt. 

Die meisten Menschen, die Geflüchteten den Zugang zu Schutz verwehren wollen, haben nie die Geschichten der Menschen angehört. Der Film erzählt die Geschichte von einer Mutter und ihren zwei Kindern, die zur Flucht gezwungen wurden. Für mich sind es die stärksten und beeindruckendsten Menschen, die ich jemals treffen durfte.
— Amanda Bailly, Produzentin

Die Besucher*innen der Veranstaltung konnten sich im Anschluss an den Film und die Diskussion noch eine Kunstgalerie anschauen. Zu sehen waren die Originalzeichungen von Diala Brisly, einer syrischen Künstlerin und Geflüchteten. Zahlreiche Teilnehmer*innen haben ihre Unterstützung für den Gesetzesvorschlag ausgedrückt, indem sie vor Ort eine E-Mail an den Botschafter in Brüssel, Reinhard Silberberg, und den deutschen Innenminister, Thomas de Maizière, verschickten.

Unterstützen auch Sie heute noch besonders Schutzbedürftige und nehmen Sie an der Kampagne teil.