Ausweitung von Hilfsmaßnahmen im Jemen wird 100.000 Menschen zugutekommen

 Eine Frau im Al-Habeleen Krankenhaus in Lahj, Jemen. IRC unterstützt dort alle reproduktiven Gesundheitsdienste für schwangere Frauen. 

Eine Frau im Al-Habeleen Krankenhaus in Lahj, Jemen. IRC unterstützt dort alle reproduktiven Gesundheitsdienste für schwangere Frauen. 

Über 100.000 Menschen werden in den nächsten 12 Monaten Hilfe durch International Rescue Committee (IRC) im Jemen erhalten. Das Auswärtige Amt hat eine entsprechende Projektfinanzierung zugesichert und die Vorbereitungen laufen mit Hochdruck, um die lebensrettende Hilfe in dem Not leidenden Land schnellstmöglich auszuweiten. Der bewaffnete Konflikt zwischen den Huthi-Rebellen und der internationalen Koalition, angeführt durch Saudi-Arabien, geht in sein viertes Jahr und hat sich, fast unbemerkt, zur schlimmsten humanitären Katastrophe weltweit entwickelt. Alle 10 Minuten stirbt ein Kind unter 5 Jahren im Jemen an vermeidbaren Krankheiten und die Wasser- und Gesundheitsversorgung von 16 Millionen Jemenit*innen kann momentan nur durch humanitäre Hilfeleistungen gesichert werden.

Das Länderbüro im Jemen weitet, finanziert durch das Auswärtige Amt, die Aktivitäten im Norden und Süden des Landes aus, um die Bevölkerung in ihrer verzweifelten Situation zu unterstützen. Die Hilfe konzentriert sich schwerpunktmäßig auf vier Elemente: den untragbaren Zustand der Gesundheitsversorgung, die wachsende Mangelernährung, den prekären Zustand der Sanitär- und Hygiene-Infrastruktur und die Präventionsarbeit in Hinblick auf geschlechtsspezifische Gewalt. Mehr als die Hälfte aller Gesundheitseinrichtungen im Jemen sind nicht betriebsfähig und drei Viertel der Bevölkerung, 22 Millionen Menschen, benötigen sofortige humanitäre Hilfe. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von IRC, aufgeteilt in zwei unterschiedliche Teams in Sana`a und Aden, bieten primäre Gesundheitsversorgung an, mit einem besonderen Schwerpunkt auf die Betreuung und Versorgung von Frauen, während und nach der Schwangerschaft und überlebenswichtige Impfungen für Kinder. Des Weiteren werden Wasserstellen erneuert und deren Verwaltung verbessert, um Gesundheitseinrichtungen und den in der Umgebung lebenden Menschen dauerhaften Zugang zu sauberem Trinkwasser zu ermöglichen.

 IRC versorgt Binnenvertriebene und die Aufnahmegemeinschaft im Dorf Ras Imran am Stadtrand von Aden mit sauberem Wasser. Der Jemen erlebt derzeit den größten Cholera-Ausbruch der Geschichte. Foto: Kellie Ryan / IRC

IRC versorgt Binnenvertriebene und die Aufnahmegemeinschaft im Dorf Ras Imran am Stadtrand von Aden mit sauberem Wasser. Der Jemen erlebt derzeit den größten Cholera-Ausbruch der Geschichte. Foto: Kellie Ryan / IRC

 Kinder erhalten Wasser in ihrem Dorf in Jemen. Foto: Kellie Ryan / IRC

Kinder erhalten Wasser in ihrem Dorf in Jemen. Foto: Kellie Ryan / IRC

Die geplante Soforthilfe beinhaltet auch die Bereitstellung von Bargeld, das den Menschen in der Krisenregion den Zugang zu Nahrungsmitteln erleichtern und lokale Märkte stabilisieren soll. Über 1,8 Millionen Kinder unter 5 Jahren und eine Million schwangere Frauen sind von akuter Mangelernährung bedroht und brauchend dringend wertvolle Nährstoffe. Mitarbeiter*innen werden auch in der Prävention von sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch (PSEA) tätig und speziell dazu ausgebildet, mit dem Ziel Berichterstattungs- und Reaktionsmechanismen auf kommunaler Ebene einzurichten und zu stärken. Frauen und Mädchen sind die vulnerabelsten Gruppen in bewaffneten Konflikten und daher besonders schutzbedürftig, während der Jemen auf dem Global Gender Equality Index den letzten Platz belegt (Platz 152/152).

Der anhaltende Konflikt hat über zwei Millionen Menschen im Land vertrieben und die fortlaufende See-, Land- und Luftblockade erhöht den Leidensdruck auf die Bevölkerung und erschwert die Durchführung von Hilfsprojekten. IRC greift bei der Umsetzung des Projekts auf die bestehenden Personal- und Logistikstrukturen zurück und kann so eine schnelle Umsetzung des Projekts anstreben. IRC arbeitet seit 2012 im Jemen und versorgt dort Hunderttausende mit lebensrettenden Maßnahmen durch Basisgesundheitsversorgung, Schutzmaßnahmen und die Bereitstellung von Medikamenten, Impfungen, Nahrungsmitteln und die Instandsetzung von Wasser- und Hygiene-Infrastruktur.

 

Lesen Sie mehr über die aktuelle Situation im Jemen in unserem jüngsten Bericht hier.