IRC leistet dringend benötigte medizinische Versorgung für Geflüchtete auf beiden Seiten der syrisch-libanesischen Grenze

  • IRC initiiert mobile Gesundheitsversorgung an der Grenze zum Libanon
  • Auch in Quneitra, nahe der Golanhöhen, liefert IRC finanzielle und medizinische Hilfe
  • Aufgrund von Kämpfen muss IRC Hilfsprogramme im östlichen Dar’a einstellen

Berlin, 5. Juli 2018 — Aufgrund neuer Luftangriffe in Südsyrien sind weitere 320.000 Menschen auf der Flucht. Das International Rescue Committee (IRC) verstärkt daher seine medizinische Versorgung auf beiden Seiten der syrisch-libanesischen Grenze. Durch die heftigen Kämpfe in Südsyrien musste die Hälfte der IRC-Mitarbeitenden die Region selbst verlassen und war gezwungen, die Hilfsprogramme im Osten von Dar’a einzustellen.

Schätzungsweise 60.000 Menschen haben aufgrund intensiver Luftangriffe das östliche Dar’a verlassen. Eine mobile Klinik von IRC versorgt Patientinnen und Patienten an der Jaber-/Bassib-Grenze. Teil des Gesundheitsteam sind ein Arzt, eine Krankenschwester und eine Hebamme. In der Grenzregion stellt IRC damit das einzige Fachpersonal zur Gesundheitsversorgung von Müttern.

Das medizinische IRC-Team berichtet, dass die Patientinnen und Patienten extrem unter der enormen Hitze von bis zu 45°C leiden. Die direkte Sonneneinstrahlung, der Wassermangel sowie Wüstenwinde, Skorpione und Schlangen setzen ihnen besonders zu. Die Vereinten Nationen berichten, dass bisher zwölf Kinder an der Grenze verstorben sind.

Schätzungsweise 160.000 Menschen sind aufgrund der Angriffe im Westen von Dar’a in die Quneitra Provinz geflohen. Zwei mobile medizinische Teams erreichen derzeit Geflüchtete, die Zuflucht in vier Orten in der Nähe der Golanhöhen gefunden haben. Die Menschen befürchten weitere Bombardierungen. Aus Zelten haben sie sich einfache Zelte gebaut, um sich vor der Sonne zu schützen. Sanitäranlagen und Strom fehlen. Viele der Kinder leiden an Durchfall und Läusen.

Mark Schnellbaecher, IRC-Vizepräsident für die Nahost-Region, sagt: „Wir erreichen Menschen in einer verzweifelten Situation. Sie brechen in Panik auf und finden sich letztlich an Orten wieder, wo es am Dringlichsten fehlt: Wasser, Unterkünfte, Toiletten. Wir sorgen uns sehr um die Sicherheit von Hunderttausenden Syrerinnen und Syrern, die an der Grenze festsitzen. Die Bombardierungen und Kämpfe müssen sofort aufhören, sodass den Menschen geholfen werden kann.“ 

IRC unterstützt fünf weitere Klinken in Südsyrien. Über 700 Familien in Quneitra erhielten Nothilfe in Form von Bargeldzahlungen in Höhe von 150 US-Dollar, um Wasser, Lebensmittel, oder Unterkünfte zu bezahlen. IRC plant weitere solcher Zahlungen an mehr als 5.000 geflüchtete Familien im Laufe der nächsten Woche. Für besonders verletzliche Familien wird zudem sichergestellt, dass sie die notwendige Hilfe bekommen.

Im Jahr 2017 versorgte IRC mehr als 250.000 Menschen in Südsyrien. 50.000 Menschen erwarben mit Hilfe von IRC ein Einkommen. 1.000 Menschen erhielten die notwendigen Rechtsdokumente. Mehr als 800 Kindern lernten Lesen, Schreiben und Rechnen.