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Was wir tun


Schutz und Teilhabe

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Was wir tun


Schutz und Teilhabe

In Deutschland


Jedes Jahr werden Millionen von Menschen in Krisengebieten Opfer von Gewalt und Missbrauch, insbesondere Frauen und Kinder. Ihnen fehlen häufig die Ressourcen, für die eigene Sicherheit zu sorgen oder nach Übergriffen wieder ins Leben zurückzufinden. Mangelnde Sicherheit verringert die Chancen von Menschen, ihre Lebensumstände zu verbessern. IRC unterstützt sie dabei, Schutz zu finden, sicherere Gemeinschaften aufzubauen sowie ihre Rechte zu verstehen und geltend zu machen.

„Families Make the Difference” -

Muttersprachliche Elternkurse zur Stärkung der Erziehungskompetenzen von geflüchteten Familien in Deutschland

Eltern mit Fluchtgeschichte lieben ihre Kinder, so wie alle Eltern ihre Kinder lieben. Nach Ankunft in Deutschland sind geflüchtete Eltern jedoch häufig Belastungen ausgesetzt, die es ihnen erschweren können, ihre Rolle als fürsorgliche und aufmerksame Eltern durchgängig auszufüllen. Unsichere Aufenthaltsbedingungen, häufige Ortswechsel, wirtschaftliche Not, mangelnde Privatsphäre in Gemeinschaftsunterkünften, der Verlust ihrer Heimat und der Wegfall ihres familiären und sozialen Netzwerkes können zu Gefühlen von Hilflosigkeit und Überforderung führen. Veränderte Rollenverhältnisse innerhalb der Familie, Traumatisierungen aufgrund von Kriegs- und Fluchterfahrung und die allgemeine Herausforderung, sich in einer unvertrauten Welt orientieren und in eine fremde Kultur integrieren zu müssen, stellen zusätzliche Herausforderungen für geflüchtete Familien dar. Aufgrund dieser Befundlage ist es wichtig, die Ressourcen von geflüchteten Eltern zu mobilisieren, ihre Kompetenzen im Umgang mit Stress und den Herausforderungen des Alltags zu stärken, und sie darin zu unterstützen, ihre Rolle als fürsorgliche Eltern gut auszufüllen.

Mit dem Programm „Families Make the Difference“ reagiert IRC Deutschland auf diesen Unterstützungbedarf von geflüchteten Eltern und ihren Kindern. Ziel des Programms ist es, die Entwicklung von Kindern aus geflüchteten Familien zu fördern, indem ihren Eltern in muttersprachlichen Elternkursen Strategien zum Umgang mit Stress, Wissen zur frühkindlichen Entwicklung, Aktivitäten für positive Eltern-Kind-Interaktionen sowie Methoden der gewaltfreien Erziehung vermittelt werden. Zudem dienen die Kurse der gegenseitigen Unterstützung und dem Austausch der Eltern untereinander. Die Elternkurse basieren auf dem IRC-Kurshandbuch „Families Make the Difference“ für Eltern von Kindern im Alter von 0-5 Jahren, welches 10 Kurseinheiten umfasst. Das Kurshandbuch, das von IRC bereits in 16 Ländern als Grundlage für Elternkurse genutzt wurde, wurde von IRC Deutschland sorgfältig überarbeitet und an den deutschen Kontext angepasst. So wird sichergestellt, dass die muttersprachlichen Elternkurse die besonderen Herausforderungen für geflüchtete Eltern, die sich aus dem Leben in der Flüchtlingsunterkunft, kulturellen Anpassungsschwierigkeiten und den Unsicherheiten des Asylverfahrens ergeben, ausreichend adressieren.

Die Elternkurse werden ab Juni 2019 in Berlin, Leipzig, Köln/Bonn und Mannheim auf Arabisch und Dari angeboten. IRC Deutschland wählt die arabisch- und darisprachigen Kursleiter*innen sorgfältig aus, und bildet sie in Schulungen entsprechend aus. Mit den Kursen werden sowohl Mütter als auch Väter angesprochen. Das Angebot steht allen geflüchteten Familien offen, unabhängig vom Ausgang ihres Asylverfahrens und ihres Aufenthaltsstatus. Parallel zu den Kursen wird IRC an allen Standorten eine Kinderbetreuung anbieten.

Das Programm „Families Make the Difference“ wird von der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration gefördert.

Schutz In Deutschland


Schutz In Deutschland



Refugee family in Greece visited by actress Lena Headey

Mixed Migration Monitoring Mechanism Initiative (4Mi) 

Damit humanitäre Organisationen die Schutzbedarfe unterschiedlicher Migrantengruppen entlang von Flucht- und Migrationsrouten gezielter addressieren, und besonders schutzbedürftige Personengruppen besser schützen und unterstützen können, benötigen sie Informationen. Aus diesem Grund beteiligt sich IRC an der überregionalen Mixed Migration Monitoring Mechanism Initiative (4Mi)  des Danish Refugee Council (DRC), die Daten zu den Migrationshintergründen und –routen, sowie Schutzdefiziten verschiedener Migrantengruppen erhebt. In Deutschland unterstützt IRC das 4Mi Projekt bei der Erhebung von Daten in der Gruppe afghanischer Zuwanderer. 

Zur Umsetzung des 4Mi Projektes beschäftigt IRC Deutschland seit September 2017 Interviewer*innen in Hamburg und Berlin, die mithilfe einer Survey-App Interviews mit afghanischen Neuankömmlingen durchführen. Abgefragt werden dabei nicht nur Gefahren und Schutzdefizite, denen afghanischen Migrant*innen auf ihrem Weg nach Deutschland ausgesetzt waren, sondern auch Faktoren, die die Flucht- und Migrationsentscheidungen beeinflusst haben, Informationsquellen und Unterstützungsleistungen die auf der Flucht genutzt wurden, sowie Hoffnungen und Erwartungen an das Zielland.

Die Interviewer*innen wurden von IRC Deutschland sorgfältig ausgewählt und mit einem zweitägigen Training auf ihre Rolle als „Mixed Migration Monitor“ vorbereitet. Die in Deutschland gewonnenen Daten werden von DRC ausgewertet, und die daraus gewonnenen Erkenntnisse in regelmäßigen Berichten, Artikeln und Infografiken kommuniziert.

Schutz vor Gewalt in Flüchtlingsunterkünften

Menschen, die vor Krieg, Verfolgung und Gewalt geflüchtet sind, dürfen in Deutschland nicht erneut Opfer von Gewalt werden. Insbesondere in ihren Unterkünften müssen sie sicher sein und sich sicher fühlen. Das gilt insbesondere für besonders schutzbedürftige Gruppen wie Frauen, Kinder, Menschen mit Behinderung und LSBTI*-Personen (Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender und Intersexuelle).

IRC beteiligte sich als Partner der Bundesinitiative „Schutz von geflüchteten Menschen in Flüchtlingsunterkünften“ unter Führung des Bundesfamilienministeriums (BMFSFJ) und UNICEF an der Überarbeitung der Mindeststandards zum Schutz von geflüchteten Menschen in Flüchtlingsunterkünften.

Darüber hinaus arbeitete IRC Deutschland deutschlandweit eng mit verschiedenen Erstaufnahmeeinrichtungen und Gemeinschaftsunterkünften zusammen, um sowohl den Schutz der Bewohner*innen als auch den Schutz der Mitarbeitenden in den Einrichtungen zu verbessern. Im Rahmen von Kooperationen mit dem Arbeiter-Samariter-Bund und der Johanniter-Unfall-Hilfe bildete IRC von Juni 2017 bis April 2018 insgesamt 163 hauptamtliche Mitarbeitende von Gemeinschaftsunterkünften und Erstaufnahmerichtungen in Berlin, Dortmund, München, Leipzig und Oldenburg fort. Bei den Schulungen standen die Umsetzung der oben genannten Mindeststandards, der besondere Schutzbedarf von vulnerablen Personengruppen wie Frauen, Kinder und LSBTI* Geflüchtete, sowie der Umgang mit Drogenmissbrauch und Gewaltvorfällen in der Unterkunft im Fokus. In zwei Einrichtungen unterstützte IRC zudem die Durchführung einer einrichtungsspezifischen Risikoanalyse und Konzeption von Schutzkonzepten.

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International

IRC arbeitet seit über 30 Jahren gemeinsam mit schutzbedürftigen Menschen in Konfliktgebieten an Gewaltvorbeugung und –schutz. Wir richten z.B. Schutz- und Spielräume in Flüchtlingscamps ein, in denen Mädchen und Jungen in einem fürsorglichen Umfeld lernen und sich weiterentwickeln können. In vielen Ländern bringen wir Männergruppen zusammen, um neue Perspektiven auf die Rolle von Frauen und Männern in Gesellschaften zu gewinnen und den Gründen für geschlechtsspezifische Gewalt entgegen zu arbeiten.

Dabei geht es uns immer darum, Menschen, die Gewalt erfahren haben, zu unterstützen, die Ursachen von Misshandlung zu bearbeiten und den Respekt für die Würde von Überlebenden wiederherzustellen. Es kommt uns insbesondere darauf an, dass die Betroffenen selbst ein neues Leben aufbauen und einen Wandel in ihrem Umfeld herbeiführen können.

Erfahren Sie mehr über unsere internationalen Programme.